Youtube als Dialogmedium verstehen

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Youtube ist Dialog
Youtube ist Dialog

Unternehmen verschenken das Potential von Youtube. Sie nutzen Youtube als reine Video-Hosting-Plattform, laden dort Werbespots und Imagefilme hoch und wundern sich dann über fehlendes Engagement. Oder sie produzieren kurze Clips in der Hoffnung auf den viralen Hit. Doch die monologische TV-Kommunikation funktioniert online nicht. Und One-Hit-Wonder haben nur eine kurze Halbwertszeit. Youtube ist Dialog.

Teil 2 der 7-teiligen Serie zum Thema Youtuber-Relations.

Youtube als Dialogmedium verstehen

In Zeiten, als die Zeitung noch das Leitmedium war, schickten engagierte Leser ihre Leserbriefe an die Redaktion. Aus dutzenden Einsendungen druckte diese dann ein oder zwei in der nächsten Ausgabe ab – manchmal mit einer kurzen Antwort hinterher, meist jedoch unkommentiert. Damit war die Zeitung im Vergleich zum Fernsehen ein wahres Interaktionsmedium, Leser und Redaktion standen zumindest punktuell mal im Kontakt. Beim Fernsehen war diese Art der Interaktion aus Kostengründen schlicht nicht möglich. Einen Leserbrief in einer Sendung vorzulesen kostet einfach zu viel – Zeit, Geld, Personal. Fernsehen war und ist größtenteils noch immer ein monologisches, einseitiges Top-Down-Medium. Einer sendet, viele schauen zu.

Anders im Internet. Dank Smartphone und Breitband kann jeder selbst Bewegtbild produzieren und bei Youtube hochladen. Youtuber tun dies Tag für Tag. Doch ihnen geht es nicht nur ums Senden, ihnen geht es auch ums Empfangen! Nicht ohne Grund rufen Youtuber in ihren Videos unentwegt dazu auf, Kommentare zu hinterlassen, Fragen zu stellen, mit Ihnen in Interaktion zu treten. Youtuber haben Youtube als Dialogmedium verstanden. Als Austauschplattform. Als Forum. Mit dem Unterschied, das hier Video das Mittel der Wahl ist.

EDEKA Supergeil (feat. Friedrich Liechtenstein)

Selbst erfolgreiche (Viral-)Kampagnen wie Edekas „Supergeil“ bringen langfristig keine Conversion

 

Nachholbedarf bei Unternehmen

Bis heute haben nur wenige Unternehmen Online-Video und Youtube als Dialogmedium verstanden. Stattdessen setzen sie weiterhin auf Werbespots und einseitige Top-Down-Kommunikation. Die Gründe dafür mögen vielfältig sein: Zeit- und Ressourcenmangel, fehlender Mut, Unkenntnis der Plattform. Das Problem: Wer als Unternehmen dauerhaft erfolgreich mit Youtubern kooperieren will, muss lernen, nicht nur auf deren Kanal zu senden, sondern auch zu empfangen!

Unternehmen müssen langfristig weg von singulären Kampagnen, weg von Casting-Show-ähnlicher TV-Vermarktung, weg von den immer gleichen Werbemaßnahmen und ja, auch weg von den ganz großen „Stars“ und endlich hin zur Community.

Es sollte Unternehmen darum gehen, ein dauerhaftes Gespräch zu führen, mit Youtubern und Fans. Statt den Youtubern Werbekampagnen aufzudrücken sollten Sie ihre Ideen und Ansichten Ernst nehmen und diskutieren. Doch ein Unternehmen sollte auch einfach mal anrufen, nur um zu hören, wie es so geht. Und nicht nur um zu fragen, wann man die nächste Cola vorbeibringen kann.

Welche Formate sich für ernsthaften Austausch anbieten, gibt es im nächsten Teil der Serie zum Thema Youtuber Relations.

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