Was Facebook Video tun müsste, um Youtube gefährlich zu werden (Update)

1
1004
Facebook Video
Facebook Video

Facebook Video ist auf dem Vormarsch: Seit einigen Monaten werden verstärkt Videos in die Timelines der User gespült. Grund: Facebook hatte seinen Algorithmus geändert. Da Facebook-Videos automatisch starten sobald sie ins Blickfeld gescrollt werden (allerdings ohne Ton), konnte die Plattform innerhalb kürzester Zeit die täglichen Views von Youtube erreichen.

Jannis Kucharz von Netzfeuilleton.de hat nun aufgeschrieben, warum dies das Geschäftsmodell von Youtube bedrohen könnte und aus welcher Richtung dieser Angriff kommt:

Wo lange YouTube als die Plattform für Amateure galt und sich immer weiter professionalisiert hat, positioniert sich jetzt Facebook als ultimativen Weg um Videos einfach und schnell mit seinen Freunden zu teilen

Jannis Kucharz, Netzfeuilleton

 

Youtuber werden allerdings nicht so schnell zu Facebook wechseln. Dafür fehlen einige elementare Voraussetzungen. Also denken wir das doch mal ein Stück weiter: was müsste Marc Zuckerberg tun um die Produktion von Videoinhalten speziell für Facebook zu fördern?

Was Facebook Video ändern müsste

Um ernsthaft mit Youtube konkurrieren zu können müsste Facebook Videomacher davon überzeugen, Inhalte speziell für Facebook zu erstellen. Und das auch, wenn Sie noch nicht berühmt oder bekannt sind. Dazu müsste Facebook so einige Dinge von Googles Videoplattform übernehmen:

 

1. Auffindbarkeit erhöhen

Das größte Hindernis auf Facebook ist die organische Reichweite. Schließlich erreichen die meisten Videos Nutzer nur, wenn Freunde (oder Freunde der Freunde) diese geteilt oder geliked haben. Im Gegensatz zu großen Marken und Stars können es sich kleine Videomacher aber nicht leisten, für zusätzliche Reichweite zu bezahlen. Hier müsste Facebook seinen Algorithmus anpassen und die organische Reichweite wieder erhöhen.

Youtube Suchfunktion
Youtube Suchfunktion

 

2. Suchfunktion für Videoinhalte

Um relevante Videoinhalte auffindbar zu machen müsste Facebook zudem eine bessere Suchfunktion integrieren und Videoinhalte in Genres oder Kategorien organisieren. Nur so besteht die Chance, dass User auch aktiv Videoinhalte finden können (was für höheres Involvement spricht) statt nur „zufällig“ über die Timeline versorgt zu werden.

 

3. Shareability

Youtube-Videos können sehr einfach in praktisch alle Dienste eingebunden und dort auch direkt abgespielt werden. Auf großen Plattformen passiert das automatisch, für die eigene Homepage oder den Blog stellt Youtube HTML-Snippets bereit. Dieses Feature sorgt für die grundlegend sehr gute Teilbarkeit von Videoinhalten außerhalb der Plattform. Facebook-Videos lassen sich zwar prinzipiell auch einbetten, doch der Weg dorthin ist beschwerlich (interessanterweise ist auch das Facebook „Say thanks“-Erklärvideo (siehe unten) nicht über Facebook, sondern über Vimeo eingebunden).

 

4. Monetarisierung

Für viele Youtuber sicher nicht unwichtig, für Facebooks Geschäftsmodell eher fraglich: die Monetarisierung. Youtube gibt einen geringen Anteil seiner Werbeeinnahmen an die Youtuber weiter. Facebook müsste ähnliche Möglichkeiten bieten, um professionelle Videomacher länger zu halten.

 

 

Youtube Studio
Youtube Studio

5. Videoverwaltung, Analytics und Annotations

Zum Schluss sind es vorallem die zunächst unscheinbaren Features, die Youtube so nutzbar machen. Erst die Videoverwaltung ermöglicht es beispielsweise, Videos sinnvoll zu managen. Über Youtube Analytics können Youtuber die Entwicklung ihres Kanals und ihrer Videos genau beobachten und optimieren. Und Annotations helfen, spezifische Interaktionen auszulösen: „Schaue hier das nächste Video“, „Abonniere hier“, „Hier gehts zum Kanal von …“.

Genau diese speziellen Funktionen sind es, die den Unterschied ausmachen.
Ähnliches Features müsste auch Facebook nachreichen.

 

Fazit

Bekannte Marken und Stars werden weiterhin verstärkt auf Facebook Video setzen. Die Reichweite in der bereits vorhandenen Fan-Basis ist da. Auch Bewegtbildwerbung wird Facebook in Zukunft verstärkt ausliefern. Um aber Videomacher zu gewinnen, die spezifisch für Facebook Videos erstellen, dazu bedarf es noch einiger Änderungen an der Plattform.

 

Update (17.11.2014): Wie Digiday und VideoInk berichten, arbeitet Facebook bereits an der Monetarisierung von Videoinhalten. Auf einem Community-Treffen sagte Zuckerberg außerdem:

In five years, most of [Facebook] will be video

Mark Zuckerberg, CEO Facebook

1 KOMMENTAR

  1. […] mit Youtube aufschließen. Dennoch werden deshalb nicht die Youtuber in Scharen überlaufen. Was Facebook Video tun müsste, um für Youtuber interessanter zu werden, hat David Peter aufgeschri… (Youtuber […]

Comments are closed.