Kommentar: Gegen die Youtuber geht es nicht (nur mit ihnen!)

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Gegen die Youtuber
Gegen die Youtuber

In der deutschen Youtube-Szene brodelt es schon seit einiger Zeit. #Freiheit, Transparenzdiskussion, Selbstfindung und Abgrenzung zu den Netzwerken. Youtuber lassen sich nicht mehr alles gefallen. Es wird immer offensichtlicher: gegen die Youtuber funktioniert es einfach nicht.

Diskussion ist was Gutes. Da kommen Dinge in Bewegung, da rüttelt sich was fest, da werden Meinungen gebildet. In letzter Zeit hatte die Youtube-Szene besonders viel davon, gefühlt seit dem Ausstieg von Simon Unge sind viele Dinge in Bewegung geraten. Ganz offensichtlich auch in den Köpfen vieler Youtuber.

Die Netzwerke geben ja nun schon seit einigen Jahren die Richtung vor: Die Videos der Youtuber sollen zu Geld werden. Möglichst viel Geld. Die Mittel: Programmierung, Formatierung, Standardisierung. Der Erfolg großer Youtuber mag ihnen da scheinbar Recht geben, doch in der Szene regt sich auch spürbarer Widerstand.

Beispiel AlexiBexi: Eigentlich sollte der Hamburger Youtuber für das Netzwerk-Format “Youlympics” einen (gefälligen) 6-Minuten-Clip drehen. Herausgekommen ist eine Youtube-Distopie, die zum Nachdenken anregt:

DAS ist YOUTUBE (Kurzfilm)
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Auch die Endcard bei 5 Minuten, 47 Sekunden beachten!

 

Das Hadern vieler mit sich selbst und der Szene ist begründet. Selbst beim Webvideopreis war die Botschaft so deutlich wie selten: Webvideo und Fernsehen sollen eins werden (mit allen Konsequenzen). Die jungen Stars aus dem Netz sollen ihre Karriere (auch) in der Flimmerkiste fortführen (und andersherum). Und dabei natürlich Geld machen. Bei der Gala in Düsseldorf hat das Fernsehen die junge Szene so innig umarmt, dass der fast die Luft wegblieb. Da sparte sich selbst das Urgestein der Szene – Eric Range alias Gronkh – seine Rede für später:

WVP 2015: Die Rede (Uncut)
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Auch Aiden von thePort hat das Thema aufgegriffen und eine gute Metapher dafür gefunden (bei 6 Minuten, 57 Sekunden):

#YouTubeDeutschland verrottet von innen! #Portcast
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Zur Beruhigung ließe sich vielleicht noch anführen, dass nicht nur die deutsche Szene solche Probleme zu haben scheint. Beispielhaft sei hier auf das Video eines britischen Youtubers verwiesen, der auch nicht so recht weiß, was das eigentlich alles soll:

What am I? What is all this?
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Das Youtuber sich selbst vermarkten ist nur legitim, schließlich stecken Sie all ihre Kraft und Energie in ihre Videos. Doch die radikale Kommerzialisierung gegen den Willen der Szene wird nicht funktionieren – eigentlich müsste sie nur etwas mehr Widerstand leisten …

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