Von welchen Youtubern reden wir? (Kommentar)

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Von welchen Youtubern reden wir?
Von welchen Youtubern reden wir?

Ist Youtube Beruf oder Hobby? Sind Youtuber von Netzwerken bezahlte Entertainer oder einfach engagierte Privatpersonen? Und wer von beiden darf eigentlich Geld damit verdienen?

Nachdem sich Jan Böhmermann im Interview mit Zqnce über das Milliarden-Geschäft Youtube ausgelassen hat, ist in der Community eine Diskussion darüber entbrannt, ob “Youtube machen” nun Beruf oder Hobby ist.

Ein Kommentar.

Youtube – Beruf oder Hobby?

Böhmermann lässt an Youtube kein gutes Haar: Youtuber würden vermarktet wie Boybands, hinter ihnen stünde viel altes Management und Videos würden aus Kalkül produziert. Auch kritisiert er die Navitität vieler Jugendlicher und das fehlende Verantwortungsbewusstsein der Youtuber. Hier das ganze Interview:

Unge & die YouTuber Szene: Jan Böhmermann im Interview bei Visa Vie (zqnce)
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Wer sind denn “die” Youtuber?

Ein Grundproblem dieser Debatte ist: Wenn wir von „den“ Youtubern sprechen, dann denken wir meist zunächst an die großen der Szene: Ytitty, LeFloid, DagiBee sind darunter, alternativ auch ApeCrime, Daruum oder Sami Slimani. Je nachdem, welches Gesicht wir schon von Werbeanzeigen, aus Medienberichten oder eben direkt aus Youtube kennen, kommt uns der eine oder andere Name in den Sinn. Der Fundus, aus dem wir uns bedienen, umfasst aber in der Regel die gleichen zwanzig bis dreißig Namen.

Das Problem dabei: wie unter jeder Spitze versteckt sich da ein ganzer Eisberg. Auf Youtube tummeln sich hunderte, wenn nicht gar tausende kreativer Videomacher, die von Hochglanz-Covern, Werbekampagnen und Product Placements weit entfernt sind. Die gar kein Interesse daran haben, sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen und das dann auch noch zu Geld zu machen. Die ganz im Gegenteil einzig ihre Botschaft, ihren Film, das Tutorial, die Parodie oder das Musik-Cover zeigen möchten und sich ganz bewusst gegen Netzwerke und die Vermarktung entschieden haben.

Das heißt nicht, dass große Youtuber nicht durch Netzwerke und TV-Vermarkter hochgepusht wurden und werden. Das heißt nicht, dass jeder Zuschauer das auf Youtube Gezeigte nicht kritisch hinterfragen sollte. Das heißt aber auch nicht, dass deswegen alle Youtuber abstinent bis ans Lebensende von Luft und Liebe leben müssen. Letztendlich heißt es einfach: “den” Youtuber gibt es nicht.

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Auch das ist Youtube: TK Kampagne mit Youtuber LeFloid

 

„Den“ Youtuber gibt es nicht

Jeder Youtuber ist anders. Auch wenn sich Formate ähneln oder die Themen identisch scheinen: Motivation und Anspruch der Videomacher können ganz unterschiedlich ausfallen. Nicht alle Mädels, die vor der Kamera Schminktipps geben, sind Beauty-Gurus oder wollen als solche bezeichnet werden. Nicht alle Jungs, die vor der Kamera Videospiele zocken, sind LetsPlayer oder wollen als solche gelten. Auch innerhalb dieser scheinbar homogenen Gruppen kann es sehr unterschiedliche Ansprüche an Inhalt, Gestaltung und Selbstverständnis geben. Einige Youtuber machen ihr Hobby zum Beruf, andere ihren Beruf zum Hobby.

Wie breit das Spektrum auf Youtube ist, hat gerade #YouGeHa gezeigt. Hier haben Youtuber Zeit und Energie darauf verwendet, Aufklärungsvideos und Denkanstöße zu produzieren. Weil Ihnen ein bestimmtes Thema so am Herzen lag. Weil sie – natürlich – auch die gesteigerte Aufmerksamkeit nutzen wollten. Weil es Ihnen primär aber darum geht, einen künstlerischen oder journalistischen Anspruch zu erfüllen.

Statt also bequemerweise alle Youtuber in eine Schubladen zu stecken, sollten wir uns jeden Einzelnen genau ansehen. Ein Diskussion um “die” Youtuber kann nur am Ziel vorbeiführen.

 

Update (29.01.2015)

Ein vielbeachteter Kommentar dazu kommt gerade von Philip Betz aka Mr. Trashpack: Auch wenn man als Zuschauer glaube, durch all die Videos den Youtuber persönlich zu kennen, sei das Gezeigte immer nur ein kleiner Ausschnitt. Youtube sei für viele ein Beruf geworden, bei dem das Geld verdienen an erster Stelle steht. Hier sein Video dazu:

Dner VS Jan Böhmermann - Real Talk zur YouTube Szene aus meiner Sicht - WuzzUp!? Feedback
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