Warum Bewegtbild auch im Journalismus Zukunft hat

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Journalismus Zukunft Bewegtbild FTOJ15
Journalismus Zukunft Bewegtbild FTOJ15

Das der Journalismus (in Deutschland aber auch anderswo) Probleme hat – das ist nun wirklich keine Neuigkeit mehr. Seit Jahren werden an allen Ecken und Enden Journalisten entlassen, Redaktionen geschlossen und Budgets gestrichen. Schon mindestens ebenso lang sucht die Branche nach Lösungen zwischen Crowdfunding und Paywall.

Nun kommt ein Game-Changer aufs Feld und der heißt: Bewegtbild! (mit einem dicken Ausrufezeichen)

Gestern war ich auf dem Frankfurter Tag des Online-Journalismus (#ftoj15). Der beschäftigt sich nun schon seit 11 Jahren mit dem „speziellen“ Feld des Journalismus im Internet. Bei der Gründung damals – 2004 – war das noch einigermaßen #Neuland. Heute nicht mehr wirklich. Deswegen diskutiert man (zum Glück!) nur noch selten ob denn jetzt Online besser oder schlechter als Print ist, sondern fragt sich lieber wie gutes Storytelling im Internet funktioniert.

Denn unter dem Motto „Facts Tell, Stories Sell“ lag dieses Jahr der Schwerpunkt auf digitalem Geschichtenerzählen und wie man das online möglichst packend umsetzen kann. Dazu waren die Referenten unter anderem mit Richard Gutjahr, Friedrich Küppersbusch und Barbara Hans von Spiegel Online aber auch Carl Jakob Haupt und David Roth vom „Dandy Diary“ wirklich gut und abwechslungsreich besetzt.

Und ein Wort fiel zwischendrin immer wieder: Bewegtbild

Wie und wo wird Bewegtbild eingesetzt um gute Geschichten zu erzählen? Wie kann Bewegtbild dabei helfen, Reaktionen zu generieren, Diskussionen anzustoßen?

Gutjahr stellt in seiner Keynote gleich zu Beginn fest: Für Jugendliche ist selbst Twitter zu textlastig – die Teilen lieber Bilder oder Videos.

Bewegtbild ist des Journalismus Zukunft: Jugendlichen ist Twitter zu textlastig
Bewegtbild ist des Journalismus Zukunft: Jugendlichen ist Twitter zu textlastig

 

Entsprechend findet ihr mein Fazit seines Vortrags als Twitter-Video verlinkt.

Aber auch sonst war an vielen Stellen die Rede von Youtube, Periscope, embedded Video. Langsam scheint sich auch im Journalismus die Erkenntnis durchzusetzen, dass Bewegtbildkommunikation bald zu unserem Alltag gehören wird wie einst Textkommunikation.

Der Schlüssel ist Video als Dialogmedium zu verstehen und einzusetzen.

 

Küppersbusch beim FTOJ15
Küppersbusch beim FTOJ15

Zum Abschluss des Tages verteilte dann Friedrich Küppersbusch noch einige ordentliche Seitenhiebe an die Multi-Channel-Networks. Die Verträge dort erinnerten eher an die Bodenreform der DDR statt an ordentliche Verträge – sprich: ein Total-Buyout wie im Fernsehen üblich. Auch seine Wort nochmal im Video.

 

Bildnachweise: hr-online.de

3 KOMMENTARE

  1. Hi,

    interessant wird es dann auf Facebook. Viele schien sich dort die Videos ohne Ton an. Muss hier das Bewegtbild noch mal überdacht werden, um auch ohne Ton Interesse zu wecken?
    LG Tobi

    • Hallo Tobi!

      Kurze Antwort: ja!

      Lange Antwort: Ein optischer Reiz wenigstens zu Beginn des Videos – zum Beispiel durch starke, kontrastreiche Bilder, schnelle Schnitte oder Special Effects – erhöht die Aufmerksamkeit und veranlasst den Zuschauer eher, sich das Video nochmal mit Ton anzuschauen. Allerdings ist hier auch Vorsicht geboten: der optische Reiz darf kein Selbstzweck werden, das Gezeigte muss immer noch zum Rest des Videos und zum Gesamtkonzept des Auftritts passen.

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