Youtuber vs. Vlogger vs. Influencer Relations

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Vlogger Youtuber Influencer Relations
Vlogger Youtuber Influencer Relations

Heute geht es um den Begriff „Youtuber Relations“ und in welchem Verhältnis er zu anderen Begriffen aus der strategischen Kommunikation steht.

Wie unterscheidet er sich von Blogger und Vlogger Relations? Warum suggerieren „Influencer Relations“ ein falsches Bild? Und gibt es eine bessere Alternative?

Teil vier der Serie zum Thema Youtuber Relations

Eins vorneweg: In diesem Artikel geht es nur um die Sinnhaftigkeit der Begriffe selbst, nicht um deren inhaltliche Ausgestaltung. Das unter Youtuber Relations tatsächlich häufig „Marketing durch Youtube-Netzwerke“ verstanden wird, hatte ich bereits aufgeschrieben.

Zunächst einmal, was ist der Unterschied zwischen Blogger, Vlogger und Youtuber Relations:

Blogger Relations
Wie schon Johannes Lenz in seinem Blogartikel argumentierte, umfasst der Begriff „Blogger Relations“ nur Blogger und schließt damit potentiell all diejenigen aus, die primär über Social Media Plattformen wie Facebook, Instagram oder Youtube kommunizieren.

Vlogger Relations
Der Begriff „Vlogger Relations“ umfasst Personen, die primär über Vlogs, also Video-Blogs, kommunizieren. Das ist schonmal Format-spezifischer (Video-Blogger), hat aber ein Problem: die wenigstens Webvideomacher würden sich selbst als „Vlogger“ bezeichnen. Dafür ist die Bandbreite der Genre – die auf Youtube von Let’s Plays über Tutorials und Unboxings bis hin zu Hauls reicht – zu groß. Und spätestens bei Comedy und Kurzfilmen greift der Begriff „Vlogger“ zu kurz.

Youtuber Relations
Anders beim Begriff „Youtuber Relations“. Hier sind alle Videomacher eingeschlossen, die auf Youtube ihre Inhalte veröffentlichen, unabhängig vom Genre. Gleichzeitig schließt der Begriff damit andere Plattformen aus. Darunter soziale Netzwerke aber auch andere Bewegtbild-Plattformen wie Vimeo, Vine oder Twitch.

Allen Begriffen gemein ist, dass Sie entweder auf Seiten der adressierten Gruppe oder des Kanals zu sehr einengen. Deswegen hat sich als Oberbegriff „Influencer Relations“ etabliert.

 

Influencer Relations

Der Begriff bezieht all diejenigen ein, die – egal auf welchem Kanal und mit welchem Medium – Reichweite haben und irgendwie einen Einfluss auf andere ausüben, also Meinungsführer sind. Ich persönlich habe mit diesem Begriff aber ein Problem:

Der Inhalt steht nicht im Mittelpunkt!

 

Wenn es der Inhalt ist, auf den es ankommt, also WAS ist schreibe, WAS ich fotografiere, WAS ich im Video umsetze, dann bildet der Begriff „Influencer Relations“ genau das nicht ab.

Denn „Influencer“ suggeriert, es ginge primär um den Einfluss, den eine Person erzeugt. Dadurch steht tendenziell die Reichweite der Person im Mittelpunkt, nicht aber deren Inhalte (das WAS) und die Umsetzung (das WIE). Der Begriff selbst reduziert die adressierte Gruppe auf Personenkreise, die eine möglichst große Reichweite haben, die inhaltliche Passung zum Unternehmen fällt unter den Tisch.

Sicher ist die Reichweite ein sehr wichtiges Kriterium, doch für einen langfristigen und stabilen Beziehungsaufbau ist die thematische Passung viel wichtiger. Denn nur wenn der Meinungsführer zum Unternehmen und seiner Positionierung passt, wird sich langfristig eine Synergie einstellen. Wer hier nur auf die Reichweite schielt, hat keinen Blick mehr für den Inhalt.

 

Alternative: „Creator Relations“

Nun kann man zu einem Inhalt (einem Blogartikel, einem Video, einem Foto) keine Beziehung aufbauen, wohl aber zu dessen Schöpfer, dem Kreativen, dem Creator.

Daher verwende ich den Begriff „Creator Relations“ als Alternative zu „Influencer Relations“.

Dieser Begriff „denkt“ vom Macher her, nicht vom Unternehmen. Der Creator, der Schöpfer des Inhalts, steht im Mittelpunkt der Beziehungspflege. Dabei ist es egal, ob er Texte, Fotos oder Videos erzeugt, auf welchem Kanal er sie verbreitet und auch, ob seine Formate einem künstlerischen Anspruch genügen oder nicht (eine Debatte, die der deutsche Begriff „Künstler“ sicherlich nach sich ziehen würde).

„Creator Relations“ stellt den Macher in den Mittelpunkt und diese Wertschätzung spiegelt sich bereits im Begriff selbst.

 

Wie stehen die Begriffe zueinander?

So können wir am Ende diese Begriffe nun in Abhängigkeit voneinander setzen. Das könnte dann so aussehen:

 

Blogger Vlogger Youtuber Influencer Relations Grafik Übersicht
Blogger Vlogger Youtuber Influencer Relations Grafik Übersicht

Media Relations, also die Beziehungspflege zu „professionellen“ Medienschaffenden steht dabei auf einer Stufe mit „Creator Relations“. Unterhalb der Creator Relations finden sich dann Blogger, Vlogger und Youtuber Relations.

Was meint ihr dazu? Macht dieser Begriff Sinn? Ich bin auf eure Kommentare gespannt.

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