Zukunft braucht Streit – Beitrag zur Blogparade “Zukunft der PR”

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Zukunft der PR
Zukunft der PR

Die Zukunft der PR braucht vor allem eins: eine ordentliche Streitkultur. Wir müssen anfangen ernsthaft über die Zukunft zu streiten statt immer nur auf Allgemeinposten auszuweichen. Dazu brauchen wir Thesen, die kontrovers sind, aberwitzig oder skurril. Vor allem aber brauchen wir Thesen, die auch falsch sein dürfen. Nur so werden wir Etwas in den Köpfen bewegen und uns für die Zukunft wappnen können. Ein Aufruf für mehr Streit.

Fehlende Streitkultur

Ich besuche nun schon seit einiger Zeit Tagungen, Fachvorträge, Seminare und Veranstaltungen aller Art im Bereich Unternehmenskommunikation und PR. Fast alle schreiben sich irgendwo “Zukunft” auf die Fahnen, alle wollen über das sprechen, was vor uns liegt.

Bisher verlasse ich solche Vorträge immer sehr ernüchtert.

Zu einem wird dort meist über Phänomene diskutiert, die längst schon eingetreten und nicht selten bereits Alltag sind: “Social Media wird immer wichtiger“. Zum anderen erschöpfen sich die wenigen Prognosen zur Zukunft der PR in Aussagen wie “Die Digitalisierung wird alles verändern” oder “Wir müssen künftig viel direkter kommunizieren“.

Das ist prinzipiell nicht falsch, bringt aber leider gar nichts.

 

Allgemeinposten sind gefährlich

Denn solche Allgemeinposten haben einen einschläfernden Effekt: Sie bringen regelmäßig alle Anwesenden dazu, andächtig mit dem Kopf zu nicken und sich dann gedanklich nur noch mit dem Mittagsbuffet zu beschäftigen. Wer könnte einer solchen Aussage denn auch ernsthaft widersprechen? Natürlich wird die Digitalisierung vieles verändern. Die Frage ist doch aber: Was genau? Und was bedeutet das für uns?

Bei solchen Allgemeinposten kann sich nun aber jeder selbst überlegen, was das für ihn bedeutet. Wie beim Buffet kann er sich genau das aussuchen, was ihm schmeckt. Ob der Sitznachbar das dann auch so verstanden hat, ist egal. Statt also ernsthaft über Themen zu nachzudenken befrieden wir nur unser Bedürfnis nach einfachen Antworten und dem flauschig-warmen Gefühl irgendetwas verstanden zu haben.

Das ist sehr schade, denn es nimmt solchen Veranstaltungen ein riesiges Potential: die Möglichkeit, etwas in den Köpfen zu bewegen. Doch dazu müssten wir streiten.

 

Eine Zukunft der PR: Bewegtbild

Um den Anfang zu machen: eine meiner Thesen lautet, dass wir in Zukunft viel stärker über Video kommunizieren werden. Die Unternehmenskommunikation wird lernen müssen, visuell zu denken. Entsprechend müssen die Mitarbeiter geschult, eigene TV-Studios und Bewegtbildplattformen aufgebaut werden. Das wird viel Geld kosten und Lernarbeit erfordern. Aber es wird unumgänglich sein, da die junge Generation damit sozialisiert wurde.

Mehr dazu habe ich hier und hier aufgeschrieben.

Weitere Thesen könnte ich zum Einsatz von Algorithmen oder VR aufstellen. Falls daran Bedarf besteht, gerne melden.

Ansonsten bitte gerne widersprechen. Ich freue mich auf einen ordentlichen Streit

 

Dieser Beitrag nimmt an der Blogparade zur Zukunft der PR teil.

2 KOMMENTARE

  1. Ja, den Streit brauchen wir. Z.b. den Streit, ob die Zielgruppe wir alle, die Öffentlichkeit oder eben die Realitätsrohstoff-Verwerter des Journalismus sind. S.mein Betrag:http://pr.pr-gateway.de/digitale-direkt-pr-und-klassische-pr-was-ist-wichtiger.html zur Blogparade.

    Oder der Streit, ob die Vorbehalte vieler PRler Angst vor der digitalen Öffentlichkeit oder pure Ignoranz oder Rückwärtsgewandheit ist. Wahrscheinlich ein bisschen von Allem.

    Gerne hätte ich auch eine Diskussion, ob wir überhaupt noch die Trennung brauchen zwischen Marketing, PR und Interner Kommunikation. Von Influencer Relations ganz zu schweigen…

    Also bitte: Lasst uns streiten. Bitte konstruktiv und ohne Vorbehalte.

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